APA ots news: Österreich steckt im dritten Rezessionsjahr

dpa-AFX · Uhr
    Prognose für 2025 und 2026 

Wien (APA-ots) - Der bereits seit Anfang 2023 beobachtete Rückgang der  
Industrieproduktion im Euro-Raum strahlt weiterhin auf Österreich 
aus. Umfragen unter Industrieunternehmen lassen bislang noch keine 
Trendwende erkennen. Zudem belastet die angekündigte Zollerhöhung der 
USA auf Exportgüter der EU die Stimmung. Die Bau- und die 
Konsumnachfrage legen hingegen tendenziell zu. Die Inflationsrate 
erhöhte sich Anfang 2025 deutlich, wird jedoch im weiteren 
Jahresverlauf wieder sinken. Der Arbeitsmarkt erweist sich angesichts 
der Dauer und Schwere der Rezession als relativ robust, wenngleich 
die Arbeitslosigkeit auch 2025 steigen wird. Das WIFO prognostiziert 
für 2025 einen BIP-Rückgang von 0,3%. 2026 wird die österreichische 
Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen (+1,2%). 

"Die heimische Wirtschaft sollte ab Mitte 2025 die längste 
Rezession der Zweiten Republik überwunden haben. Die Intensität der 
Erholung hängt vor allem von den unsicheren internationalen 
Rahmenbedingungen ab", so Marcus Scheiblecker, einer der Autoren der 
aktuellen WIFO-Prognose. 

Österreichs Wirtschaft erlitt im abgelaufenen Jahr einen weiteren 
Rückschlag. Das BIP schrumpfte nach 2023 (-1%) erneut kräftig um 1,2% 
. Im 2. Halbjahr beschleunigte sich die Talfahrt sogar. Das 
ungünstige Umfeld macht der heimischen Industrie nach wie vor zu 
schaffen. Auch 2025 wird das Durchhaltevermögen vieler 
Industriezweige noch auf eine harte Probe gestellt. Ab der 
Jahresmitte dürfte die Konjunktur in der EU jedoch wieder an Schwung 
gewinnen und die Exportnachfrage etwas anziehen. Damit sollte auch 
die österreichische Wirtschaft die hartnäckige Rezession überwinden 
und auf einen moderaten Wachstumskurs einschwenken. 

Die für das 2. Halbjahr erwartete Konjunkturaufhellung wird 
allerdings nicht ausreichen, um im Gesamtjahr 2025 ein BIP-Wachstum 
zu erzielen. Das WIFO erwartet einen neuerlichen Rückgang der 
Wirtschaftsleistung um 0,3%. Erst 2026, sobald die Wirtschaft im Euro 
-Raum von den geplanten fiskalischen Stimuli in Deutschland und der 
EU profitiert, wird auch die österreichische Wirtschaft erstmals seit 
drei Jahren wieder wachsen (+1,2%), allerdings schwächer als die 
deutsche (+1,5%). 

Die heimische Bauwirtschaft wird bereits in der ersten 
Jahreshälfte 2025 die Talsohle durchschreiten. Die im Jahr 2024 
beschlossene Wohnbauinitiative wird schon im 2. Halbjahr 2025 die 
Nachfrage stützen und 2026 ihre volle Wirkung entfalten. Zudem 
rechnet das WIFO mit einem weiteren Rückgang des Zinsniveaus. Vor 
diesem Hintergrund sollte das Bauwesen 2026 der Gesamtwirtschaft 
Schub verleihen. 

Außerhalb des Bauwesens werden die realen Investitionen 2025 
erneut zurückgehen, da angesichts der geringen Kapazitätsauslastung 
nach wie vor keine Erweiterungsinvestitionen, sondern hauptsächlich 
Ersatzinvestitionen getätigt werden. 

Die im vergangenen Jahr deutlich gestiegene Sparquote der 
privaten Haushalte wird 2025 allmählich wieder zurückgeführt, was 
trotz der belastenden Effekte des Sparpakets ein geringes Wachstum 
des privaten Konsums ermöglichen wird. 

Abbildung 1: Rezessionen in Österreich seit 1995 - auf der WIFO- 
Website 

2024 sank die Inflationsrate kräftig auf 2,9% (laut VPI). Im 
laufenden Jahr dürfte sich das Tempo des Rückgangs allerdings 
empfindlich verlangsamen. Aufgrund des Auslaufens der 
Strompreisbremse, gestiegener Netzentgelte und der verstärkten CO2- 
Bepreisung erhöhte sich die Inflationsrate Anfang 2025 wieder und 
wird sich im Jahresverlauf nur langsam zurückbilden. Im 
Jahresdurchschnitt 2025 dürfte sie 2,7%, 2026 2,1% betragen. 

Trotz der anhaltenden Rezession wurde die Beschäftigung 2024 
abermals leicht ausgeweitet, womit auch 2025 zu rechnen ist. 
Allerdings sank die Arbeitszeit je Beschäftigungsverhältnis 2024 
deutlich, wodurch das Arbeitsvolumen schrumpfte. Dieser Trend setzt 
sich auch 2025 fort. Erst im kommenden Jahr wird die unselbständig 
aktive Beschäftigung wieder verstärkt um 0,8% steigen, womit auch das 
Arbeitsvolumen wachsen wird. Die Arbeitslosenquote erhöht sich 2025 
leicht auf 7,3% und wird erst 2026 etwas sinken (7,1%). 

Die Einsparungen in den öffentlichen Haushalten werden aufgrund 
der schwachen Konjunktur und des hohen Fehlbetrags im Vorjahr nicht 
ausreichen, um das Budgetdefizit 2025 unter die 3%-Marke zu drücken. 
Es beträgt voraussichtlich 3,3% des BIP und wird im kommenden Jahr 
aufgrund der geplanten Offensivmaßnahmen trotz der besseren 
Konjunktur auf 3,5% des BIP ansteigen. 

Der Rückgang der Treibhausgasemissionen hält 2025 an (-1,8%), 
fällt allerdings weniger dynamisch aus als im Vorjahr (-2,8%). Zum 
einen schrumpft die Industrieproduktion nicht mehr so stark, zum 
anderen wurde der Ausstoß 2024 durch den milden Winter gedämpft. 2026 
werden zwar anhaltende Trends der Dekarbonisierung die Emissionen 
verringern, allerdings wird die Industrieproduktion wieder Fahrt 
aufnehmen, wodurch sich der Emissionsrückgang auf -1,4% verringern 
wird. 

Übersicht 1: Hauptergebnisse der Prognose - auf der WIFO-Website 

Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar 
". 

Rückfragehinweis: 
   Rückfragen bitte am Donnerstag, dem 27. März 2025, von 11 bis 14 Uhr, 
   an Mag. Dr. Marcus Scheiblecker, Tel. (1) 798 26 01 - 245, 
   marcus.scheiblecker@wifo.ac.at 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235/aom 

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER 
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** 

OTS0061    2025-03-27/10:00

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