WTO-Chefin: Wir regeln immer noch drei Viertel des Welthandels

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Genf (Reuters) - Die Welthandelsorganisation (WTO) ist ihrer Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala zufolge trotz des von US-Präsident Donald Trump losgetretenen Zollkriegs nicht am Ende.

Die WTO regele immer noch mehr als 75 Prozent des Welthandels, sagte die Nigerianerin in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Vor der jüngsten Zollrunde seien es rund 80 Prozent gewesen. Mitgliedsstaaten würden ihr sagen: "'Ja, wir sind besorgt, aber gleichzeitig nutzen wir das System, und wir wollen es weiterhin nutzen'."

Die Arbeit der in Genf ansässigen Organisation gehe weit über Zölle und die dadurch verursachten Streitigkeiten hinaus. Okonjo-Iweala verwies auf Abkommen, die Patente, Lebensmittelsicherheit und die Zollwertermittlung von Waren regelten. "Das Fundament des Handels ist hier und wird nicht verschwinden", sagte die Generaldirektorin. "Dies garantiert Stabilität, Vorhersehbarkeit, Vertrauen." Die Mitgliedsstaaten wüssten das – "auch die USA", fügte sie hinzu.

Ähnlich äußerte sich ihr Vorgänger Pascal Lamy. "Die WTO kann dies überleben, wenn die WTO-Mitglieder, die nicht aus den USA kommen, sich an die Verpflichtungen halten, die sie eingegangen sind, und beschließen, dass sie das System ohne die USA betreiben können", sagte der Franzose, der von 2005 bis 2013 an der Spitze der WTO stand.

Die WTO wurde 1995 gegründet. Sie soll die Regeln für den globalen Warenaustausch setzen und überwachen. Berater von Trump sehen die WTO allerdings als Vehikel Chinas. Sie habe zugelassen, dass dortige Unternehmen mit massiven Subventionen gepäppelt werden konnten, ohne dass sich die Volksrepublik für ausländische Unternehmen geöffnet habe. Die Vereinigten Staaten haben ihre Zahlungen an die Welthandelsorganisation ausgesetzt.

(Bericht von Emma Farge, Olivia Le Poidevin, Dave Graham, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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